Olympiasilbergewinner Steve Guerdat (Sieger 2015, 16, 19) musste verletzungsbedingt absagen, doch neben Martin Fuchs (Sieger 2022) qualifizierte sich als dritter Schweizer auch Edouard Schmitz auf Gamin van’t Naastveldhof für den prestigeträchtigen Event - und zwar im letzten Moment. Als Achter des Longines World Cup in Göteborg, des letzten Turniers, das für die Qualifikation zählte, sicherte sich der 25-Jährige Gesamtrang 17 – die 18 besten der Western Europe League sind startberechtigt. Der Wettbewerb erstreckt sich über drei Tage mit drei Springen und vier Durchgängen, jeder Reiter und jede Reiterin darf zwei Pferde einsetzen. Die Vorfreude bei Edouard Schmitz ist gross.
Edouard, zum zweiten Mal nach 2023 hast Du Dich für das Weltcup-Finale qualifiziert, was ist das Besondere an dieser Teilnahme?
Die Weltcup-Serie ist für mich etwas sehr Besonderes. Seit meiner Kindheit habe ich die Schweizer Erfolge am Fernsehen verfolgt, und mit jedem Jahr, das vorbei ging, wurde die Serie immer mehr zu Priorität. Dass ich jetzt schon zum zweiten Mal nach Omaha 2023 an einem Finale teilnehmen darf, macht mich sehr stolz. Ich freue mich um so sehr, weil es dieses Jahr in der Schweiz stattfindet. In den vergangenen Monaten lief es nicht immer wie erhofft, aber mein Team und ich haben sehr viel und hart gearbeitet. Für uns ist diese Qualifikation eine Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
In Omaha warst Du damals der Zweitjüngste, welche Erfahrungen und Fortschritte hast Du seither gemacht?
In den letzten zwei Jahren habe ich sehr viel erlebt, vor allem auch an den Olympischen Spielen im vergangenen Sommer. An jedem Turnier lernt man etwas Neues, vor allem in den schwierigen Momenten. Somit habe ich viel Erfahrung gesammelt und fahre diesmal viel besser gewappnet nach Basel als damals nach Omaha. Ich bin reifer geworden und auch technisch besser. In den letzten zwei Jahren ist enorm viel Herzblut in die tägliche Arbeit geflossen, und ich fühle mich dementsprechend stärker und besser vorbereitet. Dies hat mir geholfen, eine noch tiefere Beziehung zu meinen Pferden zu entwickeln, und ich hoffe, dies führt in Basel zu einem guten Resultat.
Das Finale ist ein langer Wettkampf. Setzt Du zwei Pferde ein – und wenn ja, welche und warum diese?
Der Plan ist, in Basel nur mit Gamin zu reiten. Gamin ist ein sehr schnelles Pferd, das ist bei zwei der vier Wettkämpfe entscheidend. Ausserdem steigert sich Gamin in einem langen Wettkampf ständig. Würde es aus irgendeinem Grund nötig, würde natürlich Quno zum Einsatz kommen. Wir bereiten beide Pferde gleich für das Finale vor.
Welches sind die besonderen Herausforderungen bei einem dreitägigen Wettkampf?
Es ist entscheidend, die Leistung konstant zu halten. Konkret heisst das, mental und technisch bei jeder Herausforderung auf der Höhe zu sein.
Die Anreise ist diesmal kurz, was bedeutet Dir der Heimvorteil?
Natürlich ist es ein Vorteil, weniger weit reisen zu müssen, gerade wenn ich an Omaha denke! In Basel anzutreten heisst aber auch, dass wir vor unserem Heimpublikum springen werden. Dies ist gleichzeitig ein Vor- und Nachteil, da wir uns, als Preis für die fantastische Unterstützung des Publikums, sicher auch viel mehr Druck machen.
Das letzte Mal hast Du die Qualifikation für den letzten Tag geschafft und bist zuletzt 23. geworden. Welches Ziel hast Du Dir nun gesetzt?
Das Ziel ist, die Woche unter den besten 10 Reiterinnen und Reitern zu beenden. Das Niveau ist dieses Jahr extrem hoch, und es wird sicher sehr schwierig, diese Leistung zu erreichen. Es gehört aber zu meinem Charakter, mir hohe Ziele zu setzen. Ich freue mich riesig auf das Finale!